Samstag, 30. Juni 2012

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang


Ein Tag auf einer brasilianischen Fazenda
Es ist noch ganz dunkel um 5.30 h . Und doch krähen die Hähne, der Pfau gibt seinen durchdringenden Ruf von sich und fliegt von seiner Schlafstätte auf den Balken des Korrals herunter, die Hühner verlassen ihren Stall, wo sie sich vor Räubern über Nacht in Sicherheit gebracht haben. Unten in der Küche der Junggesellen gehen die Lichter an, das Frühstück wird bereitet, ein junger Helfer geht zu den Milchkühen, die in einiger Entfernung auf der Wiese ruhig wiederkäuen. Er holt unsere morgendliche Milch. Es liegen noch tiefe Wolken über den Bergen, noch jetzt im Juni haben wir Regen, zwar nur kurze Schauer und tagsüber Sonne bei 35°, aber morgens ist viel Feuchtigkeit in der Luft, auf Tischen und Stühlen liegt ein kräftiger Feuchtigkeitsfilm. Die Vaqueiros holen die Pferde und Mulos von der Wiese und treiben sie in den Korral, wo sie sich in Formation aufstellen, jeder sucht sich sein Pferd aus, dass er heute reiten wird. Für uns werden unsere bewährten Tiere bereit, die wir schon seit langem reiten.


                                                       Sede A
Ich sitze an dem Tisch vor dem Haus und sehe wie es langsam heller wird. Die Morgenröte färbt die Ränder der Wolken und auf den gegenüberliegenden Hängen werden die Palmenwipfel als erstes in die frühe Morgensonne getaucht. Ein weisser Schwarm von Garcas (Reiher) streicht über den See und lässt sich auf einem kahlen Baum nieder. Von weitem leuchtet der Baum, als ob er in voller Blütenpracht stehe. Jetzt beginnen die kleinen grünen Papageien ihre Streitgespräche. Die Natur hat sie nicht mit einer klangvollen Stimme ausgestattet und plötzlich stieben sie hoch, kreisen eine Weile und lassen sich auf einer Palme nieder.

                                                           Reiher zusammen mit Pferden

Die Nächte sind in diesen Junitagen kühl, oft nur 20°, die Tage warm, bis 35°. Im Juli beginnen die Sommerferien bei uns im Norden, die ganze Bevölkerung eilt an die Flussstrände und geniesst den Sommer, der im Süden Winter ist.
Über der Serra liegen noch tiefblaue Wolken, die unter den Sonnenstrahlen noch dunkler erscheinen. Schön ware es, wenn sich da noch einmal ein kräftiger Regen zusammenbrauen würde. Die Fazenda ist unglaublich grün und so gepflegt wie sie es noch nie war. Die Ruhe und der Frieden der über allem liegt färbt auch auf uns Menschen ab. Wenn sich die Einheimischen von den glamourösen Telenovelas beeinflusst nach den Freuden der Grossstadt sehnen, wissen sie nicht auf was sie verzichten.
                                                  Blick auf die Serra das Andorinhas

Ich denke an meinen Bruder Arnim, der dabeisein wollte und wegen seiner Krankheit nicht mitkommen konnte. Wieviel Freude hätte ihm das alles hier bereitet, er hängt inzwischen mit seinem Herzen an dieser Gegend.
Gerade sehe ich wie die wunderbaren Guzerá und Caracul Bullen unten auf der Weide durch die Morgensonne auf die Salzlecke zugehen. Die Bullen haben sich seit unserm letzten Besuch prächtig entwickelt und die mit Nelore eingekreuzten Kälber sind besonders kräftig.

                                                   Zuchtbulle  der Rasse Guzerá                                                

Inzwischen sind unsere Pferde gesattelt und warten geduldig auf uns, bereit für den morgendlichen Ausritt. Heute geht es über die Hügel zu der früheren Fazenda Nazaré. Die Eigentümerin Dona Maria Nazaré wohnte dort viele Jahre allein, schaffte es aber nicht mehr ihre Farm aufrechtzuerhalten, gegen die starke Fruchtbarkeit des Landes kam sie nicht mehr an, alles hatte sich in Busch verwandelt (juquira) die Rinder fanden kaum mehr Nahrung. Als sie das Land dann verkaufte zog sie sich in die kleine Stadt Xambioa zurück, wo sie ihren Lebensabend verbringt.
                                        Diego und Reino  in hohem Gras (Mombasa)


Das Leben auf einer Fazenda spielt sich zwischen Schlafen, Arbeit und Essen ab. Der Tag beginnt sehr früh für die vaqueiros. Spätestens ab 7 Uhr befindet sich alles in Bewegung. Die Pferde sind gesattelt, es geht hinaus in die Natur, die Rinder werden auf den Weiden kontrolliert. Rinder kurz vor dem Kalben werden abgesondert und auf spezielle Weiden in der Nähe der Korrals getrieben, wo sie bei Komplikationen besser betreut werden können. Dann bleiben die Kälber 8 Monate bei der Mutter bis die Zeit der Trennung kommt. Die Mutter hat dann bereits ein neues Kalb von etwa 5 Monaten im Bauch. Besonders eindrucksvoll ist es wenn die Rinder zu den Korrals getrieben werden, ein Vaqueiro reitet vorweg und bläst das „barrante“, ein traditionelles Horn, diesem Klang folgen die Kühe und Kälber willig. Zwei weitere Vaqueiros reiten hinterher. Eine gewaltige vacada von Kühen mit Kälbern zieht zum nächstgelegenen Korral

                                        Herde Nelore auf Fazenda B


Die eigentliche Arbeit des Vaqueiros erfolgt im Korral. Hier wird das Tier registriert, gebrannt, getrennt, geimpft vom Tierarzt untersucht. Hier erfolgt auch die Besamung. Aber die übrige Zeit verbringen die Rinder auf den Weiden, ihre Nahrung besteht nur aus Gras und Salz, das mit Mineralstoffen angereichert ist. Ökologischer geht es nicht. Keine Zusatzstoffe, kein Antibiotikum, keine Anabolika. Ein Rind geht durch einen Lebenszyklus von 12 Geburten und ein Besuch in der Maternidad , der Kinderstube der Fazenda, gehört zu den schönsten Erlebnissen auf einer Farm. Während seiner ganzen Lebenszeit lebt das Rind in dieser idealen Landschaft, saftige Weiden, schattenspendende Bäume Bäche, Flüsse und kleine Stauseen, die die Landschaft durchziehen. Wenn ein Rind so wie wir empfinden könnte, würde es sagen: ein lebenswertes Leben.
                                          Grosse Represa auf Faz B


Es ist Abend auf der Farm geworden. Die Vaqueiros sind von den Weiden zurück, die Pferde und Mulos sind abgespritzt und weiden gelassen auf den grossen Koppeln vor dem Farmsitz. In der Mannschaftsküche wird der Hunger gestillt. Über der Serra senkt sich langsam die Sonne, schon um 6 Uhr wird es dunkel. Die Wolken verfärben sich im Abendschein, Glutrot leuchtet der Himmel über der Serra. Hier war es, als ab 1968 junge Studenten gegen die Militarregierung revoltierten. Das Militär ging mit grosser Brutalität gegen die jungen Leute vor, die undurchdringlichen Wälder, die damals alles bedeckte und die Höhlen der Serra boten den jungen Studenten geeignete Verstecke. Gerade in der letzten Zeit wird die Erinnerung an diese Revolte aufgearbeitet. Die damals verantwortlichen werden spät zur Verantwortung gezogen. Eines der damaligen Opfer ist die heutige Präsidentin des Landes, die wohl alles durchlitten hat, was ein Revolutionär in den Händen des Militärapparates über sich ergehen lassen musste und die nicht vergessen hat.


               Sonnenuntergang über der Sierra

Da wo sich das Rot über der Serra färbt, waren die Verstecke der Revolutionäre und die Ruhe und der Frieden der sich über das Land legt erinnert nicht mehr an die blutigen Kämpfe die hier stattgefunden haben. Von Ferne höre ich den Gesang der Brüllaffen, die sich vom Tag verabschieden, in den Häusern der Vaqueiros gehen die Lichter an. Überall wird gekocht und gegessen und bald breitet sich die Nacht über den Urwald und die Serra, die Nachtjäger machen sich auf den Weg nach Beute. Und über dem Fluss jagen die Fledermäuse.


                                    Gewitterstimmung über dem Rio Araguaia




Johannisfeuer am Rio Araguaia

Schon am frühen Morgen herrscht hektische Betriebsamkeit. Wir wollen das Wochenende am Rio Araguia in den Flusshäusern verbringen. Die Häuser, angrenzend an den kleinen Ort Sta Cruz, wurden 1996 von Hubertus Dönhoff errichtet, im Stil der ersten Siedler, die sich wiederum die Bauweise der Indianer angeeignet hatten. Die Häuser haben niedrige Lehmwände und sind aus dem Holz des dahinterliegenden Waldes errichtet, eingedeckt mit Palmwedeln.

             Casas de Umberto in Santa Cruz


Alles ist offen, damit der Wind durch die Häuser streichen kann und über den Häusern hohe schattenspendende Bäume, vor allem zwei wunderbare Ipé, die in Kürze gelb blühen werden. Da alles offen ist wohnen wir auch dort wie die Ureinwohner in Hängematten, wenn wir uns abends zum Schlafenlegen ist es sicher ein ähnliches Gefühl, wie es die Flussindianer hatten, die noch vor 100 Jahren hier lebten. Der Fluss ist Ende Juni schon stark gefallen und gibt die breiten Sandbänke frei, die zu den schönsten in diesem Flussabschnitt gehören. In Kürze werden schon für Juli und August auf den Sandbänken kleine schattenspendende Hütten errichtet, in denen die Bevölkerung ihren Sommer am Fluss verbringt. Wenn der Fluss wieder steigt, reisst das Wasser die provisorischen Konstruktionen ab und die Strände versetzen sich wieder in ihren Urzustand zurück.

             Weisse Sandstrände am Rio Araguia


Ich sitze auf einer Holzbank vor den Häusern, vor mir ein Tisch mit einer grossen steinernen Platte, die von den Felsen stammt die die „Cachoeira de Sta Isabel“ bilden. Der Fluss ist hier im unteren Lauf angelangt, etwa 80 km bis er sich in den Rio Tocantins ergiesst. 2600 km hat das Wasser hinter sich, von den Quellgebieten die sich aus den Sumpfebenen des Pantanal ergiessen. Die beiden Flüsse Araguaia und Tocantins bilden den südlichen Abschluss des Feuchtgebietes des Amazonas, gewaltige Flusssysteme mit einer Ausdehnung, wie wir Europäer sie nicht kennen. Der Araguaia bildet in der Mitte seines Laufes eine Flussinsel, Ilha do Bananal, die grösste Flussinsel des Landes. Das Wasser des Flusses ist dunkelgrün, die Sedimente der Regenzeit die ihm einen schmutzigen Farbton verleihen, bleiben allmählich aus. In wenigen Jahren wird hier am Unterlauf bei Sta Isabel ein für die Region bedeutendes Kraftwerk errichtet. Obwohl mit neuer Technologie ausgestattet und der Impact auf die Lanschaft 90 % niedriger liegt als bei Kraftwerken aus den 80er Jahren, ist doch eine Vielzahl von wunderbaren Naturmonumenten betroffen, die wir noch geniessen können.

                Steinzeichnungen auf der Ilha dos Martirios


Die etwa 3000 Steinzeichnungen auf der Ilha dos Martirios werden überflutet. Das Dorf Sta Cruz, ein Relikt aus der ersten Besiedlungsepoche verschwindet. Die herrlichen Sandstrände vor den Casas de Umberto werden in den Fluten versinken. Der Pegel des Araguaia zwischen Sommer und Regenzeit verändert sich um bis zu 12 m. Durch den neuen Damm mit einer Höhe von 27 m wird das Wasser ständig auf ca 20 m über Niedrigstand aufgestaut. Das bedeutet, dass eine Vielzahl uns liebgewordener Flecken und Felsformationen im Wasser verschwinden werden. Auch die Casas de Umberto werden wohl an einer höhergelegenen Stelle neu gebaut werden müssen.


              Alles schmückt sich zum Johannisfeuer


Inzwischen sind alle Besucher aus der Fazenda eingetroffen. Reinaldo hat seine Frau mit Baby mitgebracht, ein reizendes Mädchen, 4 Monate alt, mit den japanischen Gesichtszügen des Vaters. Die Zwillingsschwester der Ehefrau ist auch dabei, beide 24 Jahre alt, bei Diego kann ich aber kein Interesse feststellen, obwohl Alice ein hübsches und intelligentes Mädchen ist, das Geschichte studiert. Der Wächter der Häuser, Sr. Hernandez, mit seiner jungen Frau und zwei kleine Kindern hat die Anlage wunderbar in Ordnung gebracht. So schön war der Garten noch nie. Wir besprechen einige Gartendetails und ich bin sicher, dass beim nächsten Mal der Garten noch perfekter ist. Besonders schön ist der Gemüsegarten, der ganz frischen Salat hat, am Maniokfeld arbeitet er noch, aber das nächste Mal holen wir uns wieder frischen Maniok, aus der Erde, ein Geschenk der Indianer an uns und eine wirkliche Delikatesse, wenn die Stücke frisch fritiert aus der Pfanne kommen, mit etwas Salz serviert.

                     Salatgarten hinter dem Haus



Hinter dem Küchenhaus brennt schon seit geraumer Zeit der Grill. Das Feuer ist jetzt soweit heruntergebrannt, dass die ersten Fleischstücke auf den Rost kommen. Gildo ist der Grillmeister und die vielen Jahre Praxis haben aus ihm einen wirklichen Experten gemacht. Den ganzen Tag wird neues Fleisch aufgelegt und uns auf den Tisch gebracht, dazu wird viel Bier aus der Dose getrunken.
Gestern hat es kräftig geregnet, mehr als 2 cm, für Ende Juni erstaunlich, aber für die Farm ein Segen. Heute morgen hing noch schwer die Feuchtigkeit in der Luft. Aber jetzt am Mittag unten am Fluss bricht sich die Sonne Bahn und in Kürze geht alles über die Sandbänke zum Baden. Das Wasser ist herrlich warm und sauber. 500 m flussabwärts stehen die Frauen den ganzen Tag im Wasser und waschen ihre Wäsche, aus der angeregten Unterhaltung untereinander kann man annehmen, dass die letzten Dorfneuigkeiten ausgetauscht werden. Vorsichtig gehen wir ins Wasser, die Gefahr hier sind die Rayas, Flussrochen, die im Sand liegen. Tritt man versehentlich auf sie, erhält man einen unangenehmen Stich mit dem Schwanz, der im Krankenhaus behandelt werden muss. Piranhas sind reichlich vorhanden, aber stellen keine Gefahr für den Menschen dar, vielmehr hängen sie oft an der Angel und bilden die Grundlage für eine gute Fischsuppe.

                 Frischer Fisch aus dem Fluss


Mit meinem Freund Dieter Joswig haben wir manchen Abend beim Angeln verbracht und wirklich gute Fische für die Küche gefangen. Der schönste Fisch ist der Tucunaré, der ein grosses Auge auf der Schwanzflosse und ein wunderbar schmeckendes weisses Fleisch hat, wenn er in Bananenblättern auf heissen Steinen gegrillt wird. Und da plötzlich ganz dicht vor uns eine Bewegung im Wasser, ist es ein Jacaré, der grosse Flussaligator, nein, jetzt ist die Rückenflosse sichtbar, ein Boto, ein Flussdelphin, der sehr selten geworden ist und nur in sauberen Gewässern überlebt, hier sogar ein Pärchen, das neugierig durch unseren Lärm angelockt wurde.




                   Die Einschiffung


Am Flussstrand schichten die jungen Leute einen grossen Holzstoss auf. Es ist Dia de Sao Joao, Johannistag. Schon am frühen Abend bei Sonnenuntergang herrscht grosse Aufregung unter den jungen Mädchen. Marcia hat Schminkzeug mitgebracht und erst werden alle Kinder geschminkt und dann kommen die Erwachsenen an die Reihe. Die Mädchen erhalten rote Backen und Sommersprossen, bestimmt zum ersten Mal auch rote Lippen und die Männer grosse Schnurrbärte. Die Mütter haben den Mädchen hübsche Frisuren gemacht und sich selbst auch herausgeputzt selbst unser 4 Monate altes Baby Celena hat Sommersprossen im Gesicht. Zé da Guia sieht wie ein echter Gangaceiro aus, ist aber der liebste von allen, ein Krauskopf wie bei Tom Sawyer oder wie direkt aus dem Quilombo.


                 Unsere geschmückte Mannschaft


Jetzt setzen sich alle an die Tische und schreiben ihre Wünsche auf Papier, das wird dann sorgfältig gefaltet und später im Johannisfeuer verbrannt. Inzwischen ist die Nacht über dem Fluss angebrochen. Sr. Hernandez hat das Feuer angemacht und bald lodert der Schein bis zu unseren Strohhütten hoch. Wir versammeln uns um das Feuer und alle stimmen ein Lied an, das Sao Joao gewidmet ist. Marcia betet dann für alle und auch Xangó der Welterschaffer und die Flussgöttin werden nicht vergessen. Alle übergeben ihre Wünsche dem Feuer und jetzt sollten die jungen Leute, vor allem die Liebespaare über das Feuer springen. Unsere tüchtigen Männer haben aber den Stoss so hoch geschichtet, dass sich keiner traut. Sie erklären kleinlaut das wollten sie erst um Mitternacht machen, wenn der Stoss herabgebrannt ist.



                 Das Johannisfeuer am Strand


Die Nacht verbringen wir in unseren Hängematten. Ich schlafe immer besonders gut , wenn ich draussen auf der Terrasse mein Netz aufspanne. Ich höre nur die Geräusche der Nacht aus dem angrenzenden Urwald und das leise Rauschen des Rio Araguaia. Es hat leicht angefangen zu regnen und die Mücken atackieren noch einmal, obwohl es gar nicht ihre Zeit ist. Etwas Mückenspray und dann herrscht Ruhe.
Zum Frühstück am nächsten Morgen wird schon um 7 Uhr frittierter Maniok und Farofa von gestern gegessen. Zé löffelt an einem grossen Reisteller mit Bohnen. Wir Europäer begnügen uns mit etwas Obst und gutem brasilianischem Kaffee.

          Die Kinder des caseiro


Dann geht es auf die Insel dos Martirios und wir schauen uns die Steinzeichnungen noch einmal an, die bald überflutet sein werden. Weiter geht es mit dem Boot zur Terra de Felix. Dort wächst in der Regenzeit die Weide nach und sobald der Fluss fällt treiben die Vaqueiros von der Farm 40 Rinder für die Sommermast auf diesen schönen Fleck Erde. Aber was dieses Stück Land besonders attraktiv macht, ist nicht die Lage am Fluss, sondern hinten am Ende des Baches, etwa eine Stunde Fussmarsch entfernt, stürzt von der Serra ein Wasserfall herab und bildet ein natürliches Becken, in dem wir schwimmen gehen.


              Wasserfall  am Fuss der Serra

Zé Viera , den ich nun seit 1988 kenne, haben wir dieses Wochenende nicht gesehen, er hat Grippe und von uns mit Asperin versorgt, hat er sich in sein Haus in Sta Cruz zurückgezogen. Sein Haus hat er vorm kurzem in eine Pousada umgebaut und vermietet es an zahlende Gäste, die von dort in die Serra Andorinhas touren. Bis vor kurzem war der Ort nur über das Wasser erreichbar. Jetzt gibt es aber eine schlechte Sandstrasse.
Ich sitze wieder auf meinem Lieblingsplatz an dem Steintisch mit dem wunderbaren Blick über die Flusslandschaft. Diego kommt und stellt sich neben mich. Überraschend sagt er:
Dies ist einer der schönsten Flecken dieser Erde. Das Schicksal hat mich privelegiert, mit einer solchen Schönheit und einem solchen Frieden zu leben und den Araguaia zu sehen, die gewaltigen Wassermassen, die seit Millionen Jahren ihr Bett durch die Felsformationen der Serra getrieben haben.
Ich kann ihm nur beipflichten.



           Der Blick vom Steintisch vor den Hütten